Wissenschaftlich schreiben ohne Fachjargon

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So gelingt barrierefreie Wissensvermittlung
Viele wissenschaftliche Texte schließen Menschen aus, die nicht im gleichen Fachbereich tätig sind. Sprachliche Zugangshürden entstehen durch Fremdwörter, Satzlängen, Passivformen, Abstraktionen und implizite Bezugnahmen. Wer Forschung zugänglich machen will, braucht eine Sprache, die Inhalte transportiert, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen.
Fachwissen sichtbar machen, nicht verkleiden
Fachliche Tiefe entsteht nicht durch Fachsprache. Ein Begriff wie ‚heuristische Evidenzbildung‘ kann in einer kleinen Experten*innengruppe sinnvoll sein. Was aber bedeutet er für Menschen, die nicht zu dieser Gruppe gehören? Wer Wissenschaft öffentlich teilt, übernimmt Verantwortung. Wer Begriffe einführt, sollte zugleich zeigen, was damit gemeint ist. Gemeint sind hier keine Definitionen am Rand. Gefragt ist eine Sprache, die Zusammenhänge denkbar macht.
Frage dich hier: Kann ich den Gedanken mit einem alltäglichen Vergleich oder einer anschaulichen Szene beschreiben? Wenn das gelingt, trägt der Gedanke weiter.
Weniger Abstand durch sprechende Sprache
Viele Menschen schrecken vor wissenschaftlichen Texten zurück, weil sie sich ausgeschlossen fühlen. Die Wortwahl signalisiert: Hier sprechen nur Eingeweihte. Barrierefreies Schreiben stellt Nähe her. Wer seine Sätze nicht künstlich verlängert, um Abstand zu erzeugen, macht Inhalte greifbarer.
Auch die Leserichtung zählt. Lange Absätze können schnell abweisenden Charakter haben. Gedankensprünge verwirren. Es hilft, einen roten Faden sichtbar zu machen. Anstelle von ‚dies zeigt‘ oder ‚wie bereits dargestellt‘ braucht es Übergänge, die Lesende mitnehmen.

Textseite mit hervorgehobenen Fachausdrücken und eigenen Markierungen
Verständlichkeit als Methode statt als Kür
Barrierefreie Wissenschaft ist keine Marketingaufgabe. Sie beginnt bei der Frage, mit wem ich sprechen möchte. Wer nur für ein Fachgremium schreibt, darf anders schreiben als jemand, der eine Stiftung, ein Projektteam oder eine politische Institution ansprechen will, doch auch in Fachkreisen hilft ein transparenter Stil.
Dabei gilt: Satzzeichen sind keine Dekoration. Ein Punkt darf auch mal früher kommen. Ein Absatz darf Gedanken trennen. Und ein Fremdwort ist nur dann sinnvoll, wenn es zugunsten der Verständlichkeit durch drei andere ersetzt werden muss.
Begriffe mit Leben füllen
Ein Text ist dann zugänglich, wenn Begriffe erfahrbar gemacht werden. Wer etwa über soziale Teilhabe schreibt, kann zeigen, wie Ausschluss an einem bestimmten Ort sichtbar wird. Wer zu Diskriminierung forscht, kann Stimmen betroffener Personen einbeziehen. Wissenschaft muss nichts entmenschlichen, um ernst genommen zu werden.
Auch stilistisch gilt: aktiv statt passiv, Dialog statt Monolog, Frage statt Behauptung. Sprachliche Bewegung zieht Leser*innen an. Niemand bleibt freiwillig in einem Text, der nicht mitdenkt.
Gerne helfen wir dir bei der Optimierung wissenschaftlicher Texte für optimale Verständlichkeit.



