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Barrierefreie Texte im Behördenalltag

Barrierefreie Texte erleichtern das Verständnis

Behörden produzieren jeden Tag eine enorme Menge an Texten. Bescheide, Formulare, Merkblätter und Webseiten sollen Information vermitteln, bilden aber oft eine Hürde. Wer Fachbegriffe und Schachtelsätze einsetzt, erreicht viele Menschen nicht, obwohl der Inhalt sie betrifft.

Leichte Sprache bahnt einen Weg, Verwaltungsinformationen so zu formulieren, dass auch Menschen mit Lernschwierigkeiten Zugang finden. Ebenso profitieren Personen mit geringen Deutschkenntnissen. Zusätzlich hilft dieser Stil Leser*innen, die nur wenig Übung mit längeren Texten haben.

Wir von Scripttastic arbeiten seit vielen Jahren mit Behörden und Hochschulen zusammen und sehen im Alltag immer wieder ähnliche Situationen, in denen Leichte Sprache eine Entlastung bedeutet. Auch Träger im Sozialbereich nutzen zunehmend Leichte Sprache.

Fünf Situationen, in denen Leichte Sprache den Unterschied macht

Wahlbenachrichtigungen

Ein Brief zur Wahlteilnahme kommt oft unscheinbar daher, hat aber eine große Wirkung auf politische Teilhabe. Komplexe Sätze und viele Fachbegriffe halten Menschen oft davon ab, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Schon ein unverständlicher Hinweis zum Ablauf kann bewirken, dass der Brief zur Seite gelegt wird. In Leichter Sprache lässt sich Schritt für Schritt erklären, wer wählen darf und welche Unterlagen wichtig sind. Ein weiterer Abschnitt bringt den Wahlgang mit einfachen Handlungsanweisungen nahe.

Bescheide zu Geldleistungen

Bescheide zu Renten und Grundsicherung sind häufig mehrere Seiten lang und voller Verweise auf Paragrafen. Auch Schreiben zur Eingliederungshilfe erreichen viele Empfänger*innen nur schwer. Wer einen solchen Brief nicht versteht, verliert Fristen aus dem Blick. Oft geraten zusätzlich Ansprüche unter Druck. In manchen Fällen taucht die Option eines Widerspruchs dann kaum noch auf. Leichte Sprache macht deutlich, welche Entscheidung getroffen wurde. Es wird verständlich benannt, wie hoch eine Leistung ausfällt. Zusätzlich erfahren Leser*innen, welche Schritte als Nächstes anstehen.

Formulare und Online-Anträge

Viele Menschen scheitern nicht am Anspruch selbst, sie stolpern über Formulare, die sie nicht verstehen. Unklare Feldbezeichnungen und verschachtelte Hinweise schrecken ab. Lange Erläuterungstexte verstärken den Effekt. Wenn jede Zeile Unsicherheit auslöst, wird der Antrag zur Stressquelle. Leichte Sprache hilft, Felder einheitlich zu benennen. Typische Missverständnisse lassen sich mit einfachen Beispielen entschärfen. Schrittfolgen werden durch kurze Sätze und nummerierte Reihenfolgen sichtbar.

Hinweise in Krisensituationen

Im Katastrophenschutz und in Kliniken müssen Informationen sehr schnell erfassbar sein. Auch in Notaufnahmen spielt Verständlichkeit eine große Rolle. Wer in einem Schockzustand steckt, liest anders als in Ruhe. Leichte Sprache reduziert die kognitive Last, weil Menschen Handlungsanweisungen unmittelbar verstehen und nicht zuerst lange Textblöcke entschlüsseln müssen. Kurze Sätze mit aussagekräftigen Verben unterstützen das Verständnis. Eindeutige Reihenfolgen erhöhen die Chance, dass Anweisungen im Ernstfall umgesetzt werden.

Informationsmaterial zu Beratung und Hilfe

Flyer und Webseiten informieren über Beratungsstellen und Hilfsangebote. Hinzu kommen rechtliche Ansprüche, die sich nur schwer in wenigen Zeilen darstellen lassen. Personen mit Sprachbarriere lesen solche Texte oft mit zusätzlicher Anspannung. Auch Menschen mit Lernschwierigkeiten geraten hier schnell an Grenzen. In einer psychischen Krise hat jeder unverständliche Satz den Charakter einer weiteren Hürde. Leichte Sprache vermittelt, welche Angebote eine Stelle bereithält. Aus dem Text geht hervor, wer dort Unterstützung erhält. Zusätzlich macht ein kurzer Abschnitt nachvollziebar, wie der erste Kontakt vonstattengeht.

Wir von Scripttastic entwickeln gemeinsam mit Auftraggeber*innen solche Texte und achten darauf, dass Leichte Sprache fachliche Genauigkeit und Zugänglichkeit verbindet.

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